Stell dir vor, du rollst Seite an Seite mit 13.500 Leuten los, ein Catcher Car jagt dich, und jeder Cent deines Startgelds fliesst in Forschung, die genau eines will: dass Querschnittslaehmung irgendwann heilbar wird. Klingt nach Marketing-Geschwurbel? Ist es nicht. Der Wings for Life World Run ist der einzige Lauf weltweit, bei dem wir Rollis nicht das Mitleidsmascottchen am Streckenrand sind, sondern Teilnehmer:innen mit Startnummer. Und der naechste Termin steht: 9. Mai 2027, Anmeldung ab 4. November 2026. Hier kommt, was du wissen musst, bevor du dich anmeldest – und warum genau dieser Lauf anders tickt als jeder andere.
- Laufen fuer die Forschung und Heilung von Querschnittslaehmung: Was Wings for Life wirklich ist
- Was da konkret beforscht wird (Spoiler: es klingt nach Sci-Fi)
- Das Catcher-Car-Prinzip: Du gegen die rollende Ziellinie
- Rolli am Start: Ja, aber lies das hier zuerst
- Flagship Run Wien: Was 2026 war – und was 2027 wird
- Keine Lust auf Wien? Der App Run ist deine Loesung
- Anmeldung, Kosten, Termine – dein Spickzettel
- Mein Take: Warum genau dieser Lauf zaehlt

Laufen fuer die Forschung und Heilung von Querschnittslaehmung: Was Wings for Life wirklich ist
Kurze Zeitreise: 2003 stuerzt Hannes Kinigadner bei einem Motocross-Event so unglueklich, dass er seitdem im Rolli sitzt – inkomplett geschaedigtes Rueckenmark. Sein Vater Heinz Kinigadner und Red-Bull-Gruender Dietrich Mateschitz gruenden daraufhin 2004 in Salzburg die Stiftung Wings for Life. Ziel: Heilung von Querschnittslaehmung. Nicht Lebensqualitaet steigern, nicht Bewusstsein schaffen – Heilung. Punkt.
Klingt nach Groessenwahn, aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache: 344 begutachtete Forschungsprojekte wurden seit Gruendung finanziert, 72 davon laufen aktuell in 15 Laendern. Gefoerdert werden u.a. Teams an der Uni Wien, der Charite Berlin, in Harvard und am Karolinska-Institut in Stockholm.
100 Prozent in die Forschung
Red Bull traegt die kompletten administrativen Kosten der Stiftung. Heisst: Dein Startgeld geht zu 100 Prozent in die Rueckenmarksforschung. Du zahlst 60 Euro – es kommen 60 Euro an.
Was da konkret beforscht wird (Spoiler: es klingt nach Sci-Fi)
Wenn dich interessiert, wo dein Geld landet: Wings-for-Life-Vorstandschefin Anita Gerhardter hat zuletzt zwei Ansaetze hervorgehoben, die gerade richtig Fahrt aufnehmen.
- Vagusnerv-Stimulation (Forscher Michael Kilgard, Texas): Ein implantierter Stimulator regt den Vagusnerv waehrend Reha-Uebungen an. Das Gehirn lernt schneller, neue Nervenbahnen aufzubauen. Erste Studien bei Schlaganfall-Patient:innen zeigen Erfolge – jetzt wird das auf Rueckenmarksverletzungen uebertragen.
- Wirkstoff NVG-291 (Jerry-Silver-Schueler Daniel Perez, Chicago): Soll das Narbengewebe rund um die verletzte Stelle im Rueckenmark durchlaessiger machen, damit Nervenfasern wieder durchwachsen koennen. Klinische Studien laufen.
Das ist keine Heilung morgen frueh. Aber das ist konkrete Wissenschaft, die ohne dieses Geld nicht stattfinden wuerde.
Das Catcher-Car-Prinzip: Du gegen die rollende Ziellinie
Vergiss alles, was du ueber Volkslaeufe weisst. Beim Wings for Life World Run gibt es keine fixe Distanz. Stattdessen:
- Du startest punktgenau um 13:00 Uhr Weltzeit – egal ob in Wien, Tokio oder Kapstadt.
- 30 Minuten spaeter rollt das Catcher Car los und beschleunigt langsam, aber stetig.
- Sobald dich das Auto ueberholt, ist dein Lauf zu Ende. Persoenliches Ziel: so weit kommen wie moeglich.
Es ist scheissegal, ob du 1 Kilometer schaffst oder 78. Du hast genauso teilgenommen wie die Top-Athleten. Die Ziellinie kommt zu dir.
Rolli am Start: Ja, aber lies das hier zuerst
Jetzt zum Punkt, den die ueblichen Lauf-Magazine immer unterschlagen: Rollstuhlfahrer:innen starten Seite an Seite mit den Laeufer:innen. Kein Sondergitter, kein Behindertenblock hinten, kein Mitleidsklatschen. Du bist Teil des Pulks.
Achtung: Rolli-Regel Flagship
Beim Flagship Run ist nur der Alltagsrollstuhl erlaubt – kein Handbike, kein Rennrollstuhl. Grund: enge Stadtpassagen und gemischtes Tempo. Wenn dein Sport das Handbike ist, ist der App Run die bessere Wahl.
Praktisch heisst das fuer dich: Greifreifen-Handschuhe einpacken, Reifen gscheid aufpumpen, und vorher mal ein paar Trainingsrunden auf Asphalt drehen. 5 Kilometer Stadt sind kein Spaziergang, wenn du sonst nur zum Billa rollst.
Flagship Run Wien: Was 2026 war – und was 2027 wird
Im Mai 2026 startete der Wiener Flagship Run erstmals vor Schloss Schoenbrunn. 13.500 Starter:innen, ausverkauft. Strecke: Schoenbrunner Schlossstrasse, ueber die Wienzeile, vorbei am Naschmarkt, ueber den Ring, hinaus zur Donauinsel und Richtung Tulln. Adidas-Pacemaker auf 10, 20, 30 und 40 km, Lidl-Verpflegungsstationen alle paar Kilometer. Startgebuehr: 60 Euro.
Klare Ansage: Wenn du 2027 in Wien dabei sein willst, sei am 4. November 2026 frueh dran mit der Anmeldung ueber wingsforlifeworldrun.com. Die 13.500 Plaetze waren 2026 ratzfatz weg.
Was du am Lauftag in Wien einplanen musst: Die Wiener Linien faehrt mit massiven Einschraenkungen. Linien 1, 2, D, 71 sowie die Busse 10A, 56A/B und 58A/B sind betroffen. Wenn du mit dem WLAV oder einem Begleiter im Auto kommst: Stress mit Strassensperren rund um Schoenbrunn ist garantiert.

Keine Lust auf Wien? Der App Run ist deine Loesung
Hier wird’s fuer viele Rollis erst richtig interessant: Du musst nicht nach Wien. Du musst nicht mal in eine Stadt. Mit der Wings for Life World Run App laeufst oder rollst du, wo du willst – und bist trotzdem Teil des globalen Events. Punkt 13:00 Uhr Startschuss in deiner Hosentasche, virtuelles Catcher Car, GPS-Tracking, am Ende dein persoenliches Ergebnis.
2026 gab es allein in Oesterreich ueber 170 organisierte App Run Events. Highlights, die auch fuer Rollis taugen:
- Red Bull Ring (Spielberg): Auf der Formel-1-Strecke abrollen. Glatt wie ein Babypopo.
- Klagenfurt: Strecke entlang der Glan – rollstuhlgerecht und flach.
- Salzburg und Zillertal: groessere Community-Events mit Verpflegung und Stimmung.
Vorteil App Run: Du kannst dein Handbike nehmen, deinen Hund mitnehmen, mit drei Freund:innen als Gruppe starten. Voller Pragmatismus, gleicher guter Zweck.
Anmeldung, Kosten, Termine – dein Spickzettel
- Lauftag: 9. Mai 2027, weltweiter Startschuss 13:00 Uhr MESZ
- Anmeldung: ab 4. November 2026 ueber wingsforlifeworldrun.com
- Startgebuehr: rund 60 Euro Flagship Run Wien / guenstiger fuer App Run
- Geld-Verwendung: 100 % in die Rueckenmarksforschung
- Rolli-Regel Flagship: nur Alltagsrolli
- Rolli-Regel App Run: alles erlaubt, was rollt
Mein Take: Warum genau dieser Lauf zaehlt
Sind wir ehrlich: Es gibt fuer uns Rollis nicht viele Sportevents, bei denen wir nicht entweder die inspirierende Ausnahme oder die lieben wir-haben-auch-an-euch-gedacht-Randerscheinung sind. Beim Wings for Life World Run bist du Teilnehmer:in unter Teilnehmer:innen. Gleicher Start, gleiches Catcher Car, gleiches Ziel.
Und das Ziel ist verdammt persoenlich: dass irgendwann jemand, der heute genauso im Krankenhaus aufwacht wie du oder ich damals, eine echte Heilungschance hat. Vielleicht nicht naechstes Jahr. Aber irgendwann. Und dieser irgendwann kommt mit jedem Euro naeher, der in Texas, Chicago oder an der Uni Wien in einem Labor landet.
Dein To-Do jetzt: Kalender auf, 4. November 2026 dick anstreichen – das ist Anmeldestart. Entscheide dich bis dahin: Wien-Flagship oder App Run in deiner Region? Beides ist richtig. Beides zaehlt. Und beides bringt dich verdammt nochmal naeher an eine Startlinie, an der du hingehoerst.
Wir sehen uns am 9. Mai 2027. Punkt 13:00 Uhr.
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