Wenn das Leben stillsteht, beginnt der Kopf, nach vorne zu rollen.
März 2023. Ein Datum, das mein Leben in ein “Davor” und ein “Danach” teilte.
Bis zu diesem Zeitpunkt war mein Alltag so, wie man ihn sich wünscht: aktiv, voller Pläne, mittendrin. Doch ein schwerer Rodelunfall änderte in Sekundenbruchteilen alles. Die Diagnose war ein Schock, der tiefer saß als jeder körperliche Schmerz: Tetraplegie.
Vom aktiven Leben in den Rollstuhl.
Die darauffolgenden drei Monate auf der Intensivstation waren die dunkelste Zeit meines Lebens. Während die Welt draußen weiterging, starrte ich die Decke an und kämpfte mit Fragen, auf die niemand eine Antwort zu haben schien. Es war eine Zeit der Stille, der Angst und der totalen Ungewissheit.
Der Wendepunkt im Tobelbad
Als ich schließlich meine Reha im Tobelbad antrat, begann nicht nur der Kampf um jeden Millimeter körperlichen Fortschritt, sondern auch ein mentaler Wandel. Ich sah mich um und erkannte: Ich bin nicht allein. Doch ich sah auch die riesigen Fragezeichen in den Augen der anderen – frisch Betroffene, Ehepartner, Eltern.
Wir alle standen vor demselben Berg:
- Was kommt jetzt genau auf uns zu?
- Welche Förderungen gibt es?
- Wie finanzieren wir das alles?
- Wie geht das Leben weiter?
Es fehlte eine Hand, die einen in dieser ersten, chaotischen Phase greift und sagt: “Hier lang. Das sind die ersten Schritte.”
Die Geburt von RollForward
Genau dort, zwischen Therapieräumen und Flurgesprächen, entstand meine neue Mission. Ich wollte die Plattform schaffen, die ich mir selbst so sehnlichst gewünscht hätte.
So gründete ich RollForward.
RollForward ist mehr als nur ein Info-Portal. Es ist eine Starthilfe für Menschen, die plötzlich aus der Bahn geworfen wurden. Ich möchte Betroffenen und ihren Angehörigen Orientierung im Dschungel der Bürokratie, der Fördermöglichkeiten und Spendenaktionen bieten. Aber vor allem möchte ich eines vermitteln: Mut und Zuversicht.
Wer ich heute bin
Ich bin Christoph Hubmann, 41 Jahre alt.
Ich bin Tetraplegiker.
Aber viel wichtiger: Ich bin Ehemann von Jacqueline und stolzer Papa von Chiara und Ella. Meine Familie ist mein Anker und mein Antrieb. Sie haben mir gezeigt, dass das Leben anders, aber nicht weniger wertvoll ist.
Mit RollForward möchte ich etwas zurückgeben. Ich kann den Unfall nicht ungeschehen machen. Aber ich kann dafür sorgen, dass der Weg für andere, die nach mir kommen, ein kleines Stück weniger steinig ist.
Lass uns gemeinsam nach vorne schauen.











