Bevor du panisch deinen Bandagisten anrufst und ein neues Fahrwerk bestellst: Dreh den Rolli mal um und schau dir die Achsen der kleinen Vorderräder (Caster) an.
Die Haar-Falle
Kleine Vorderräder sind magische Magneten für alles, was auf dem Boden liegt. Hundehaare, deine eigenen Haare, Fussel, Bindfäden. Sie wickeln sich gnadenlos um die kleine Achse zwischen Rad und Gabel.
- Der Effekt: Das Haarknäuel wird immer dicker, presst sich in das Kugellager und blockiert das Rad. Irgendwann dreht sich das Rad nicht mehr, sondern wird nur noch über den Asphalt geschliffen (was das Gummi ruiniert).
Die große Putzaktion (Dein Sonntags-Ritual)
Du brauchst: Einen Inbusschlüssel, eine spitze Pinzette (oder eine Nagelschere) und 10 Minuten Zeit.
- Schraube auf: Lös die Schraube, die das Vorderrad in der Lenkgabel hält. Nimm das Rad heraus. (Achtung, verliere nicht die kleinen Distanzscheiben!).
- Die Operation: Nimm die Pinzette und zieh die fetten Haar-Batzen aus der Nabe. Du wirst schockiert sein, was da alles rauskommt. Es sieht aus, als hättest du eine kleine Katze überfahren.
- Das Kugellager: Check, ob sich das Lager (das kleine Metall-Rädchen in der Mitte des Rads) noch flüssig dreht.
Der größte Fehler: WD-40
Dein Rad quietscht? Dann greifen 90 % der Leute zur WD-40-Sprühdose und jauchen das Kugellager damit voll. HÖR AUF DAMIT!
WD-40 ist kein Schmiermittel, es ist ein Reinigungs- und Kriechöl. Es wäscht das gute, dicke Industriefett aus deinen teuren Kugellagern heraus! Danach läuft das Rad zwar für zwei Tage super, aber dann ist das Lager komplett trocken, reibt Metall auf Metall und geht kaputt.
Ein Tropfen Nähmaschinenöl oder ein hochwertiges Teflon-/Silikonspray (PTFE). Noch besser: Gekapselte Industrielager kaufen, die muss man gar nicht schmieren.
Die Lösung
Pflege deine Räder, dann kommst du leichter durchs Leben!





