Vom 19. bis 27. Juli 2025 waren wir im Delphin Be Grand Resort in Lara. War alles perfekt? Nein. War es trotzdem unvergesslich? Absolut! Hier nehme ich dich mit auf unsere Reise und verrate dir, worauf du achten musst, damit dein Urlaub kein Stress-Test, sondern pure Erholung wird.
- 1. Der Start: Gute Planung ist die halbe Miete
- 2. Abheben: Der „Tanz“ mit dem Gangrollstuhl
- 3. Ankunft in der Türkei: Warum der Transfer so wichtig ist
- 4. Das Hotel: „Delphin Be Grand Resort“ im Rolli-Check
- 5. Sonne, Strand und Wasser
- 6. Die Rückreise: Vorrang genießen
- Zusammenfassung: Deine Checkliste für den Türkei-Urlaub
1. Der Start: Gute Planung ist die halbe Miete
Wir sind von Velden gemütlich zum Flughafen Graz gefahren. Mein wichtigster Tipp gleich zu Beginn: Komm früh genug! Wir waren zwei bis drei Stunden vor Abflug da. Das klingt langweilig, aber glaub mir, als Rollstuhlfahrer willst du keinen Stress beim Check-in oder bei der Sicherheitskontrolle.
Die Anmeldung meines Rollstuhls (Maße, Gewicht, Batterietyp!) hatte Jacqueline schon Wochen vorher erledigt. Das ist essenziell, damit die Airline (in unserem Fall Sunexpress) nicht aus allen Wolken fällt, wenn du am Schalter stehst.

2. Abheben: Der „Tanz“ mit dem Gangrollstuhl
Der Flug nach Antalya dauerte gut 2,5 Stunden. Der Check-in in Graz lief super. Ich durfte meinen eigenen Rollstuhl bis zur Flugzeugtür nutzen. Dann kam der Moment, den wir alle kennen: Der Transfer in den schmalen „Gangrollstuhl“ (Aisle Chair).
- Die Challenge: Du musst raus aus deinem perfekt angepassten Rolli und rein in dieses schmale Ding, mit dem sie dich durch den Flugzeuggang schieben. Das Umsetzen auf den Flugzeugsitz ist körperlich anstrengend – hier haben Jacqueline und das Personal geholfen, wobei die Durchführung des Transfers keinen Preis gewonnen hätte.
Ein kleiner Wunsch für die Zukunft: Es gibt Konzepte wie den „Freedom Seat“, wo man im eigenen Rollstuhl sitzen bleiben könnte. Das wäre ein Traum! Aber bis dahin müssen wir uns eben arrangieren.

3. Ankunft in der Türkei: Warum der Transfer so wichtig ist
In Antalya angekommen, lief das Aussteigen genauso reibungslos. Aber der eigentliche Gamechanger wartete draußen: Unser Transfer zum Hotel.
Wir hatten vorab einen speziellen Transfer gebucht (Anbieter wie Grand Transfers oder Airparks). Und hier kommt das Detail, auf das du achten musst: Bestell einen Wagen mit Rampe!
Wir wurden von einem Mercedes Sprinter abgeholt, der eine fest verbaute Rampe hatte. Ich konnte einfach reinrollen. Kein mühsames Heben, kein Umsetzen, kein Stress. Das ist ein Stück Würde, das ich im Urlaub nicht missen möchte. Die 10 Kilometer nach Lara waren dann ein Klacks.
4. Das Hotel: „Delphin Be Grand Resort“ im Rolli-Check
Das Hotel hat uns sofort beeindruckt: Breite Wege, riesige Lobby, alles sehr zugänglich. Wir hatten ein großes optimales Zimmer im zweiten Stock.

Hier die harten Fakten für dich (ich habe extra nachgemessen!):
- Türbreite Zimmer: 89 cm (super!)
- Türbreite Bad: 90 cm
- Balkontür: 126 cm
- Waschbeckenhöhe: 80 cm (unterfahrbar)
Aber Achtung, Realitäts-Check: Das Badezimmer war zwar barrierefrei und hatte eine befahrbare Dusche mit Haltegriffen, ABER der Platz rund um die Toilette war für meinen speziellen Duschrollstuhl zu eng. Ich konnte ihn nicht direkt über das WC fahren.
Learning: „Barrierefrei“ heißt nicht immer, dass es für jedes Hilfsmittel passt. Frag am besten vorher nach genauen Plänen oder Fotos.
Das Hotel selbst war top: 7 Panorama-Aufzüge, Rampen zu den Restaurants und das Ultra All Inclusive-Konzept ist für uns Rollifahrer genial – Getränke werden an den Tisch gebracht, also kein Balancieren mit vollen Gläsern!
5. Sonne, Strand und Wasser
Der Hotelstrand und die Pools waren gut erreichbar. Es gab Strandrollstühle zum Ausleihen, mit denen ich sogar ins Wasser konnte, und reservierte Liegen für Menschen mit Behinderung. Auch an den Pools gab es teilweise Rampen oder Lifter. Da ich Wasser nicht unbedingt brauche, habe ich die Einrichtungen nicht genutzt.




6. Die Rückreise: Vorrang genießen
Der Rückflug von Antalya nach Graz war fast noch entspannter. Warum? Weil wir überall Vortritt hatten. Egal ob Check-in, Sicherheitskontrolle oder Boarding – wir wurden überall vorgelassen. Das spart nicht nur Zeit, sondern schont auch die Nerven (und den Körper).
Der Transfer zurück zum Flughafen war wieder mit dem Sprinter inkl. Rampe organisiert – pünktlich und komfortabel.
Zusammenfassung: Deine Checkliste für den Türkei-Urlaub
Damit dein Urlaub genauso lässig wird wie unserer, hier meine Tipps kurz und bündig:
- [ ] Flug: Melde deinen Rollstuhl (Maße, Gewicht, Akku-Art) sofort bei der Buchung an.
- [ ] Sitzplatz: Reservier dir als Tetra unbedingt einen Fensterplatz für mehr Stabilität.
- [ ] Transfer: Buch keinen „Minivan“, sondern explizit ein Fahrzeug mit Rampe. Das spart Kraft.
- [ ] Hotel: Lass dir Türbreiten geben. 89 cm wie bei uns sind Luxus, oft sind es weniger.
- [ ] Badezimmer: Wenn du spezielles Equipment (Duschrolli) hast, check vorher den Wenderadius und den Platz neben dem WC.
- [ ] Zeit: Sei immer überpünktlich am Flughafen.
Fazit: Unsere Reise hat gezeigt, dass man auch als Tetraplegiker mit Familie einen traumhaften Urlaub verbringen kann. Ja, die Planung ist aufwendiger als früher. Aber das Gefühl, mit den Kindern am Meer zu sein und (fast) keine Barrieren zu spüren, ist jeden Aufwand wert. Trau dich drüber!
Hinweis: Dieser Bericht basiert auf unseren Erfahrungen im Juli 2025. Gegebenheiten vor Ort können sich ändern, frag also immer aktuell nach.








